Nach dem Burnout {Teil 1}

Nach dem Burnout

Nach dem Burnout, ja – was ist eigentlich nach dem Burnout? Das kann ich Dir in einem Satz sagen: nach dem Burnout ist es genau so, wie Du es Dir ausmalst. Das allein ist das Geheimnis wie es nach dem Burnout weitergeht. Wie Dein Leben wieder Aufschwung bekommt, liegt einzig und allein an Dir. Wünscht Du Dir ein Leben, das mit Freude und Lachen gefüllt ist? Mit dem Gefühl der Weite in der Brust und dem Gefühl der inneren Zufriedenheit? Möchtest Du, dass die Sorgen, der Zweifel und die Traurigkeit sich verabschieden? Das alles ist möglich. Und ich bin das beste Beispiel dafür. Wenn mich heute Menschen kennenlernen und meine Geschichte hören, können sich viele nicht vorstellen, dass ich noch vor drei Jahren am Boden lag. Emotional, körperlich und seelisch. Emotional war ich ein Schiffswrack: die bröckelnde Fassade habe ich regelmäßig neu angemalt, damit keiner sehen konnte wie es unter dem nagelneuen Anstrich aussah. Das Material hatte Risse bekommen, die ich aus meiner eigenen Kraft nicht mehr reparieren konnte. Der Schiffsdiesel stotterte und war nicht mehr so leistungsstark wie vorher, der Tank war nicht mehr komplett aufzufüllen. Irgendwo war ein Leck und das auf allen Decks. Bauch- und Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Herzrasen und Dauermüdigkeit wurden Bestandteil des Alltags. Ich habe mich von allen distanziert, damit niemand auch nur zu genau hinsehen konnte was wirklich mit mir los war. Bloß nicht ertappt werden. Bloß nicht in die Situation kommen auf eine bohrende Frage antworten zu müssen. Dann wäre sofort der Lack abgeplatzt und diese Stärke das geschehen zu lassen, die hatte ich nicht mehr. Mein Wrack sah aus wie eine leistungsstarke Flotte frisch aufs offene Meer zugelassen. Ich saß selbst im Maschinenraum und habe den schwachen Motor gepimpt, damit er weiter lief. Das funktionierte auch, doch die Energie, die ich da reinsteckte, fehlte mir woanders. Ich war der Sonntagshasser. Und heute – mit genügend Abstand – kann ich sagen: nach dem Burnout ist es genauso, wie Du es willst!

 

Nach dem Burnout – Mal es Dir aus

Jetzt fragst Du Dich wie ich das meine? Ich sage es Dir: jeder kann aus dem Burnout rauskommen. Auch Du! Und Du schaffst das, wenn Du an Dich glaubst! Und wenn Du Dir genau vorstellst, wie Dein Leben danach sein soll. Male es Dir in den buntesten und schönsten Farben aus. Bei mir war das der Wunsch wieder die Musik im Körper zu spüren. Wieder mit Spaß lautstark im Auto mitsingen zu können. Herzhaft und ungezwungen zu lachen. Die Sonne auf der Haut genussvoll zu spüren und mehr gute Tage als schlechte anzusammeln. Mich über Besuch zu freuen und über Blumen oder liebe Worte. Wieder kreative Tatenkraft verspüren und tiefe Entspannung. Entspannen konnte ich lange nicht mehr, wenn ich es auch so sehr versuchte. Ich hatte mir Massagetermine gebucht, denn da kann bekanntlich jeder entspannen. Wenn leise Zenmusik durch den Raum schwebt, leises Wasserplätschern zu hören ist und die wohlige Atmosphäre zum Loslassen einlädt. Dann lag ich auf der schönen weißen Massageliege, eingehüllt in einen sanften Duft und weißen Frottee. Mit geschlossenen Augen nahm ich die warmen Ölhände der Masseurin war und in mir schrie es: „Achtung, gleich geht’s los! Gleich kommt die Entspannung….warte noch kurz, gleich kannst Du loslassen und entspannen. Herrgott, verflucht noch einmal, entspann doch endlich!! Warum geht das nicht? Du doofer Körper, fang jetzt gefällig sofort an Dich zu entspannen, wir haben doch nur fünfzig Minuten. Los! Los jetzt!“ Du kannst Dir denken, was in den fünfzig Minuten Massage passiert ist. Mein Körper wurde durchgeknetet und mein Verstand hat mit mir geschimpft. Denn Entspannung trat nicht mehr ein. Monatelang nicht, vielleicht auch über ein Jahr nicht. Ich habe mir den Zeitraum bewusst nie ausgerechnet. Es war schlimm genug, dass es jetzt nicht mehr funktionierte. Mein Körper machte nicht mehr das was ich wollte. Und schon gar nicht auf Befehl zu entspannen. Kein Wunder also, dass das zu einem meiner großen Wünsche gehörte. Ich habe mir erlaubt mir alles zu wünschen, was ich finde, das ein glückliches und zufriedenes Leben ausmacht.

 

Nach dem Burnout – Deine Werkzeugkiste

 

Nach dem Burnout

Jetzt bist Du dran! Gestalte Dein Leben nach dem Burnout. Wie möchtest Du fühlen und wie möchtest Du leben? Was soll sich für Dich ändern? Was wäre wieder richtig toll?

1. Schreibe es Dir auf! In ganzen Sätzen oder in Stichworten. Und zwar alles!

2. Setze Deinen bildlichen Anker. Nach dem Aufschreiben hilft es, die Ideen noch weiter zu festigen. Suche Dir Bilder, die all das für Dich ausdrücken, was Du Dir wünscht. Das kannst Du entweder digital auf einem Pinterest Board machen oder Du druckst Dir Bilder aus, schneidest diese aus Zeitschriften aus und gestaltest Dir Deine eigene Collage. Ob in einem Büchlein oder auf einer Leinwand ist ganz egal. Du kannst es Dir auch malen oder Deine Stichworte in schöner Typographie gestalten. Dadurch, dass Du diese Übung zwei Mal machst, ist sie gut in Dir verankert.

3. Finde Deinen Happy-Song. Als drittes verankerst Du Dein neues Leben auf eine weitere Art. Ich mache das gerne mit einem Song. Wähle ein Lied, das all das rhythmisch ausdrückt, was Du Dir wünscht. Finde Deinen Happy-Song. Ein Song, der Dir gefällt und bei dem Du mitwippst (oder es früher getan hast, falls das gerade noch nicht geht) und der Dir ein gutes Gefühl gibt. Diesen spielst Du Dir auf alle Dir verfügbaren Geräte (Handy, iPod, PC, CD fürs Auto, etc.). Habe ihn immer bei Dir, damit Du ihn in schlechten Momenten anhören kannst. Er erinnert Dich, dass es sich lohnt an Dein eigenes HappyIch zu denken.

4. Tagträume Deine Zukunft. Nenne es visualisieren oder tagträumen. Ganz wie Du magst. Aber all diese Dinge, die Du Dir wünscht wieder zu fühlen, zu erleben und zu machen, die darfst Du Dir auch bildlich vorstellen. Sehe vor Deinem inneren Auge wie Du herzhaft lachst, wie Du strahlst und das Leben in vollen Zügen genießt. All das was Du Dir aufgeschrieben hast, das siehst Du Dich nun tun und fühlen. Hole es Dir vor Dein inneres Auge und lasse Deinen eigenen „Nach dem Burnout Film“ abspielen. Du bist der Regisseur und Du gibst das Go!

5. Mixe alles zusammen. Jetzt hast Du vier Werkzeuge in der Hand wie Dein Bild von Dir nach dem Burnout aussieht. Bringe alle vier Werkzeuge so oft wie möglich pro Tag zusammen. Lese Dir Deine Liste nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen durch. Schaue Dir Deine Bilder an und höre Deinen Happy-Song. Schließe die Augen und visualisiere Dein HappyIch nach dem Burnout. So oft Du kannst, so oft Du es brauchst. Und besonders immer dann, wenn es Dir nicht gut geht.

Hier kannst Du Dir das Plakat direkt downloaden.

 

Im zweiten Teil des Artikels geht es um die Zusatzwerkzeuge, die Dir helfen und ebenfalls ein wichtiger Bestandteil für Deine Werkzeugkiste sind.

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One thought on “Nach dem Burnout {Teil 1}

  1. Liebe Sue, rückblickend ich weiß gar nicht, ob mir diese Werkzeugkiste an meinem Tiefpunkt wirklich geholfen hätte. Ich hätte mich wahrscheinlich ganz arg angestrengt, die verschiedenen Aufgaben auszufüllen, und am Ende hätte ich mich doch leer gefühlt. Voll schade, oder? Aber wahrscheinlich war ich da einfach schon viel zu sehr von meinen Gefühlen getrennt.
    Jetzt, wo ich diese Trennung überwunden habe, sehe ich, dass deine Werkzeugkiste ein ganz wunderbares Hilfsmittel sein kann, die eigene Zukunft zu gestalten – egal ob mit oder ohne Burnout/Depression! Deswegen vielen Dank für die Inspiration. ❤️

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