Der Sonntagshasser

Oft trifft man sein Schicksal auf Wegen, die man eingeschlagen hatte, um ihm zu entgehen.

– Jean de La Fontaine

Der Sonntagshasser. Die Sonntagshasserin wäre der bessere Begriff. Ich gebe zu, das ist ein hartes Wort, aber es spiegelt meine langjährige Liebe zu Sonntagen wieder. Sonntage waren für mich lange furchtbar. Wieder ein hartes Wort, aber wieder gerechtfertigt. Für die meisten Menschen ist der Sonntag der schönste Tag der Woche. Denn in unseren Breitengraden ermöglicht uns der Sonntag einen Ruhetag einzuschieben. Wenn unsere Stadt, oder eine in der Umgebung, nicht gerade einen verkaufsoffenen Tag hat, dann ist an einem Sonntag alles geschlossen. Wir sind fast schon dazu angehalten nichts zu tun. Keine Erledigungen, die eine Fahrt in die Stadt rechtfertigen, auf diesen Wochentag zu schieben. Nein, der Tag ist für jeden (okay, fast jeden, denn natürlich gibt es Berufe mit Wochenenddienst) zur freien Verfügung. Und genau das war mein Problem. Denn über meinem Sonntag hing lange Zeit nur ein einziger Fluch: Sonntag ist der Tag vor Montag. Der Tag bevor das Chaos von vorne losgeht. Der Tag bevor mich fünf Tage lang alles überrollt. Der Tag vor dem Beginn einer Woche, in der alles passieren kann. Der Tag vor fünf Arbeitstagen voll Arbeit, die möglicherweise nicht mit den vertraglich vereinbarten 40 Stunden zu machen ist. Und auch nicht mit 42 Stunden. Sondern mit vielen, vielen mehr. Je nachdem was denn in der kommenden Woche so alles unverhofft aufschlagen mag. Sonntags war der mieseste Tag der Woche. Der Tag, an dem ich hätte machen können was ich wollte, war immer der Tag an dem ich nichts machen konnte. Weil ich Bauchkrämpfe oder Kopfschmerzen hatte. Denn auf Sonntag folgen fünf Tage Hölle. Und wir beziehen mal die Wochenend-Laptop-Schichten nicht in die Rechnung mit ein. Sonntags ging es mir immer mies. Körperlich. Und stimmungstechnisch auch, denn die war im Keller. Oder eher noch tiefer als kellertief. Um mich herum freuten sich alle auf diesen wunderbar freien Tag. Ich auch. Denn ich dachte immer “dieser Sonntag wird anders”. Irgendwann musste doch schließlich auch bei mir die Freude einsetzen. An irgendeinem Sonntag wird es mir doch gut gehen und meine Stimmung top sein. Dieser Sonntag kam aber nicht. Wochenlang nicht. Monatelang nicht. Vermutlich jahrelang nicht. Zumindest ein paar Jahre lang nicht. Die Jahre, in denen ich in meiner eigenen Überholspur lebte. Mich selbst fordernd, mich selbst überholend. Was gestern schon schnell von der Hand ging, kann morgen noch schneller gehen. Wenn ich dies kann, dann kann ich das auch und vor allem noch besser. Ich war mein eigener Antrieb, mein eigener Drillinstructor, der mir immer mehr abverlangte. Der immer noch mehr wollte. Noch schneller. Noch höher.
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Und sonntags ging nichts mehr. Mein Tank war leergefahren und mein Motor stotterte. Sonntags lag ich nur rum. Aber ohne Genuss. Ich lag da, weil nichts mehr ging. Ich guckte mir irgendeinen Film an, ohne ihn mitzubekommen. Der Sonntag kam und ging und ich war irgendwo zwischendrin. Gefangen in 24 Stunden Sonntag. Und kurz bevor ich total geschwächt vom Nichtstunkönnen am Sonntag Abend ins Bett ging, fühlte ich mich noch mieser. Denn ich hatte nichts geschafft. Keine Wäsche gewaschen. Nicht aufgeräumt. Nicht vorgekocht. Nichts. Ich war zu nichts fähig. Und das konnte ich mir nicht genehmigen, denn es gibt immer viel zu tun. Ich verurteilte mich auch noch dafür zu nichts fähig zu sein und nichts zustande gebracht zu haben. An diesem Sonntag und an jedem anderen. Und so fing ich an Sonntage zu hassen. Denn sie gaben mir nichts und nahmen mir so unendlich viel. Sie nahmen mir die Freude am Nichtstun. Sie nahmen mir die Möglichkeit der Entspannung. Sie nahmen mir den Antrieb. Sie nahmen mir den Genuss an Ruhe. Sie nahmen mir jede positive Emotion.
Was ich damals nicht sehen konnte aber heute weiß: sie waren eine neue Windung. Mit jedem antriebslosen, mich selbst verachtenden, kränkelnden und unzufriedenen Sonntag rutsche ich eine Stufe tiefer in meinem eigenen Trichter. Unaufhörlich nahm ich eine Runde nach der anderen:- nach unten. Immer näher Richtung schwarzes Loch. Und an einem gewissen Punkt immer schneller. Ich hatte keine Ahnung in welcher Talabfahrt ich mich befand. Das tiefe schwarze Loch, auf dessen Boden ich schmerzhaft knallte, hatte später nur noch einen Namen: Burnout.
Ich hatte damals keine Ahnung was diese Sonntage an Bedeutung hatten. Aber ich kenne immer mehr Menschen, die genau diese Sonntage erleben. Und die sich ebenfalls als Sonntagshasser outen. Hätte ich damals verstanden was das alles bedeutet, hätte ich vielleicht die Notbremse ziehen können. Aber ich wusste viel zu wenig über diese Erschöpfungsdepression und vor allem kannte ich niemanden, mit dem ich mich hätte austauschen können. Natürlich habe ich mit meinem engsten Vertrautenkreis über diese hässlichen Sonntage gesprochen. Aber keiner konnte damals einschätzen in welches Loch ich gerade hinabschlitterte. Denn keiner hatte damit Erfahrung. Jeder gab mir nur den gut gemeinten Ratschlag “Du musst einfach mal abschalten und entspannen”. Ein Ratschlag, den mein Verstand nicht mehr verstand. Der Ratschlag hätte auch “Xingtungan rabantin norisonti” heißen können. Das verstehe ich nämlich auch nicht. Es war eine Sprache, eine Wortwahl, die ich nicht mehr verstehen konnte. Ich wusste gar nicht wie man das macht. Denn es funktionierte für mich nicht.
Heute bin ich der festen Überzeugung, dass ich damals nicht aufzuhalten war. Ich war zu sehr in meiner Welt der hohen Erwartungen, des Erfolgdrucks und des Perfektionismus gefangen. Zu sehr war ich in einer Welt eingesperrt aus der ich kein Entrinnen sehen konnte. Ich wusste gar nicht wo ich hätte ansetzen können. Mir fehlte da ein ganzes Stück Sichtweise. Welche das war, beschreibt diese Geschichte:
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Es waren einmal fünf weise Gelehrte. Sie alle waren blind. Diese Gelehrten wurden von ihrem König auf eine Reise geschickt und sollten herausfinden, was ein Elefant ist. Und so machten sich die Blinden auf die Reise nach Indien. Dort wurden sie von Helfern zu einem Elefanten geführt. Die fünf Gelehrten standen nun um das Tier herum und versuchten, sich durch Ertasten ein Bild von dem Elefanten zu machen.

Als sie zurück zu ihrem König kamen, sollten sie ihm nun über den Elefanten berichten. Der erste Weise hatte am Kopf des Tieres gestanden und den Rüssel des Elefanten betastet. Er sprach: „Ein Elefant ist wie ein langer Arm.“

Der zweite Gelehrte hatte das Ohr des Elefanten ertastet und sprach: „Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein großer Fächer.“

Der dritte Gelehrte sprach: „Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule.“ Er hatte ein Bein des Elefanten berührt.

Der vierte Weise sagte: „Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe mit ein paar Haaren am Ende“, denn er hatte nur den Schwanz des Elefanten ertastet.

Und der fünfte Weise berichtete seinem König: “ Also ich sage, ein Elefant ist wie ein riesige Masse, mit Rundungen und ein paar Borsten darauf.“ Dieser Gelehrte hatte den Rumpf des Tieres berührt.
Nach diesen widersprüchlichen Äußerungen fürchteten die Gelehrten den Zorn des Königs, konnten sie sich doch nicht darauf einigen, was ein Elefant wirklich ist. Doch der König lächelte weise: „Ich danke Euch, denn ich weiß nun, was ein Elefant ist: Ein Elefant ist ein Tier mit einem Rüssel, der wie ein langer Arm ist, mit Ohren, die wie Fächer sind, mit Beinen, die wie starke Säulen sind, mit einem Schwanz, der einer kleinen Strippe mit ein paar Haaren daran gleicht und mit einem Rumpf, der wie eine große Masse mit Rundungen und ein paar Borsten ist.“

Die Gelehrten senkten beschämt ihren Kopf, nachdem sie erkannten, dass jeder von ihnen nur einen Teil des Elefanten ertastet hatte und sie sich zu schnell damit zufriedengegeben hatten.
[Verfasser unbekannt] {Quelle: http://www.thur.de/philo/hegel/elefant.htm}
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Ich stand einfach zu nah vor meinem Berg von Themen und konnte das große Ganze nicht mehr erblicken. Ich hatte den Überblick verloren und den Blick für das wirkliche Wesentliche im Leben. Meine eigenen Wünsche und mein eigenes Glück und nicht das der anderen und deren Erwartungen.
Heute weiß ich wieder worauf es ankommt und welche eigenen Erwartungen wirklich meine sind und welche ich oft angenommen habe, die im Kern gar nicht zu mir gehören. Und was das Schönste ist: ich freue mich auf heute! Denn heute ist Sonntag. Und diesen Tag mag ich. Denn er ist endlich wieder das, was er sein sollte.

13 thoughts on “Der Sonntagshasser

  1. Wenn ich das so lese, steigen mir Tränen in die Augen. Denn du beschreibst auch mich. Das ist unglaublich. Ich hasse nicht nur Sonn- und Feiertage, sondern fast jeden langen Abend. Und dieses „selbstverachtende“ Gefühl kenne ich nur zu gut. Und das „Nicht-Fähig-Sein, etwas zu tun, das dringend getan werden sollte“. Also nicht Vorkochen, Putzen usw. Danach die Scham über sich selbst. Und trotzdem die Unfähigkeit, es zu ändern. Bei mir gibt es dazu noch Phasen, in denen ich mega aktiv bin und dann alles auf einmal in Angriff nehme. Dann wird geschrubbt und geräumt, bis zur körperlichen Erschöpfung. Du hast die Schraube nach unten toll beschrieben. Mir fehlt immer noch die Erkenntnis, wie ich diese Talfahrt endgültig beenden kann. Theoretisch weiss ich eine ganze Menge, aber die Umsetzung in die Praxis ist so schwer. Es prasseln ja jeden Tag soviele unvorhergesehene Dinge auf einen ein, negative Reaktionen von den anderen, Vorwürfe, Forderungen, und dann die eigenen Erwartungen und Wünsche… Man wird zugeschüttet und kann nur noch das SOS-Fähnchen schwenken, aber niemand sieht es. Ich hoffe, du schreibst noch ganz viel darüber, wie du es geschafft hast, die aus dieser Situation rauszukriegen. Ruhig mit ganz praktischen Tipps.
    Hab einen schönen Sonntag!!
    LG Eva

    • Liebe Eva,
      ich danke Dir für Deinen offenen und ehrlichen Kommentar. Mit Deinen Worten hast Du mich sehr berührt, denn ich kann noch alles nachempfinden was Du beschreibst. Es bewegt mich zu lesen wie vielen es genauso geht wie mir damals. Zu meiner Zeit hat allerdings noch keiner offen darüber gesprochen und ich selbst hätte meine eigenen Zeilen damals gerne gelesen um zu verstehen, dass ich nicht alleine bin und dass es vielen in ihrer nach außen perfekt scheinenden Welt genauso geht.

      Ich werde ganz sicher in Zukunft noch mehr zu meiner Geschichte schreiben. In seiner Zeit und wie es sich für mich stimmig anfühlt. Denn auch bei mir geht das nicht immer leicht von der Hand. Aber ich möchte meine Geschichte teilen und damit Mut machen. Vor allem den Mut, dass alles wieder gut wird! Denn das wird es!

      Leider habe ich nicht das Allerwelts-Rezept wie man sich selbst am Schopf aus dem Sumpf zieht und auch ich arbeite heute noch an meinen Themen. Denn man kann das eigene Leben nicht von heute auf morgen umkrempeln. Man kann einen großen Teil verändern aber auf die Alltagsdinge kann man eben erst dann angehen, wenn sie da sind. Ich finde meine Lösungen dann, wenn die dazugehörigen Probleme sich mir zeigen. Daher ist die Arbeit an mir selbst noch lange nicht getan 🙂 Aber die Weichen habe ich gestellt!

      Nur Du weißt in welcher Windung der Schraube Du steckst und ob Du schon ganz nah am schwarzen Loch bist oder doch noch oben Licht sehen kannst. Nur Du weißt wie sehr es Dir die Brust zuschnürt und Dir die Luft zum Atmen nimmt. Wenn das fast schon zum Dauerzustand geworden ist und Du einfach nicht mehr ein noch aus weißt, dann kann ich dir nur raten Deiner Stärke Ausdruck zu verleihen indem Du nach Hilfe fragst. Es gibt so viele wunderbare Therapieansätze, da gibt es sicher auch einen, mit dem Du Dich wohl fühlst. Schenke es Dir selbst, denn damit achtest Du Dich und Dein Leben. Denn oft sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht oder den Elefanten als Ganzes, weil uns der nötige Blickwinkel fehlt. Und eine neutrale Person kann uns dabei helfen Dinge wieder klarer zu sehen. Und auf einmal sieht man dann auch wieder die für sich nötigen Lösungen. Ich kann Dich einfach nur darin bestärken Dir einen solchen Mentor an Deine Seite zu holen.

      Ich wünsche Dir alle Kraft und helfenden Händen, die Dich auf Deinen Weg bringen!

      Alles Liebe
      sue

  2. Meine Liebe!
    Es hört sich nach so viel Leidensdruck an! Ich freue mich für Dich, dass es Dir heute viel besser geht. Geniesse Deinen Austag heute! Sehr toll geschrieben übrigens!
    Liebe Grüsse von
    Sandra

    • Liebe Sandra,

      ich danke Dir für Deine warmen Worte, die genau da bei mir ankommen, wo Du sie hingeschickt hast. Es freut mich, dass Du mich so und heute im Kennenlernen darfst! Und ich freue mich auf unsere Münchner Kaffeepause!

      Alle Liebe
      sue

  3. Hi meine liebe Sue!
    Was für ein berührender Artikel! Ich habe mich schon lange auf deine Burnout-Erzählungen gefreut, weil auch ich noch vor einem Jahr kurz davor stand. Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieser Artikel so umhauen würde…ich habe beim Lesen gerade richtig gezittert. Nicht vor einem Jahr, aber vor gut 2 Jahren ging es mir ganz ähnlich. Ich war beruflich und auch privat wegen meines berufsbegleitenden Studiums bis unter den Rand vollgepackt mit Dingen, die ich eigentlich überhaupt nicht wollte. Und wenn ich dann mal ein Wochenende frei hatte, dann konnte ich irgendwie nichts Richtiges mit mir anfangen. Erst konnte ich mich nicht entscheiden, was ich machen will und dann hatte ich ein schlechtes Gefühl, wenn ich was gemacht habe, aber etwas anderes wie z.B. der Haushalt liegengeblieben ist…Außerdem wusste ich genau: Morgen gehts wieder in die Hölle!

    Mit meinem Jobwechsel und dem Abschluss meines Studiums wurde es besser, aber erst in den letzten Monaten habe ich kapiert, was dort alles gelaufen ist und wie ich mit mir umgegangen bin.

    Ich danke dir von ganzem Herzen für deine Offenheit!

    Alles Liebe Kristin

    • Liebe Kristin,

      es freut mich sehr einen Kommentar von Dir hier zu lesen, da wir uns schon so oft über dieses Thema, diesen sich-selbst-treibenden-Perfektionismus und hohen Erwartungsdruck an uns selbst gesprochen haben. Und ich freue mich unglaublich über das Feedback, dass ich Menschen damit berühren konnte. Ich muss gestehen auch mich berührt der Artikel noch – egal wie oft ich ihn lese.

      Auch Deine Beschreibung kann ich sooo gut nachvollziehen. Es ist schon bemerkenswert wie ähnlich viele von uns empfinden und wie lange man am Rand des „Zu viels“ leben kann bis dieses Gefühl unerträglich wird.

      Ich bin unendlich dankbar, dass Du für Dich die Notbremse ziehen konntest und den Mut hattest Dein Leben umzukrempeln ohne durch dieses dunkle Tal schreiten zu müssen. Ich glaube Du hast wirklich kurz vor knapp „STOP“ geschrien. Und das war auch wirklich gut so!

      Ich danke Dir für Deinen Kommentar und wünsche Dir, dass Du immer den nötigen Blickwinkel hast Dinge zu verändern, die nicht mehr gut tun.

      Alles Liebe
      sue

  4. Ganz genau so…und erst wenn dann im Keller das Licht auch noch ausgeht, ja was dann?
    Ich finde es sehr interessant, auf welch unterschiedlichen Wegen wir uns so im Untegeschoss treffen,
    egal wie unterschiedlich die Startposition war. Dein „Sonntag“ war bei mir die Freiwoche…

    Mo-Die mit dem Kopf noch im Job, Mi-Fr so langsam auch im Kopf „frei“, aber ab Samstag
    bereits Kopfmäßig bereits wieder im Dienst, mit ALLEN unangenehmen Begleiterscheinungen…..
    die sich natürlich auch irgendwann physisch manifestieren, aber bis das bemerkt wirkt, ist
    es häufig schon sehr spät…..

    Schön, dass Du dein Blatt wenden konntest, tut gut zu lesen♡
    Danke fürs teilhaben lassen und in diesem Sinne,
    Schönen Sonntag!

    Herzliche Grüße
    Silberweide

    • Liebe Silberweide,

      ich danke Dir für Deine ehrlichen Worte. Was tun wenn das Licht im Keller ausgeht? Nach meiner eigenen Erfahrung tut man dann selbst nicht mehr viel, denn man ist dazu nicht mehr fähig. Man geht zum Arzt, weil man sich selbst nicht mehr helfen kann und vor allem nicht mehr weiter weiß. Und der regelt dann das Nötige. So war es zumindest in meinem Fall und in allen anderen Fällen, die ich persönlich kenne.

      Ich hoffe, dass Dein Licht wieder leuchtet und wünsche Dir von Herzen alles Gute.

      Alles Liebe
      sue

  5. Liebste Sue,
    dein Artikel hat mich sehr berührt und beschreibt eine Leidensgeschichte, die tatsächlich so passiert ist – und noch viel mehr als das. Das ist so wunderbar geschrieben – das gehört in ein Buch. Es könnte das Vorwort sein eines großen Romans. Ich weiß, dass du gerade einige andere Baustellen – im wahrsten Sinne – hast und daran gar nicht denken magst. Das wäre auch nicht der richtige Zeitpunkt – aber ich bleibe dran an der Idee.
    Sieh bitte zu, dass die derzeitigen Baustellen dich nicht wieder in das bereits Überwundene stürzen – bleib gesund! Du bist ein so toller, liebenswürdiger Mensch!
    Alles Liebe und einen wunderschönen, erholsamen Sonntag, deine Stephie

    • Liebe Stephie,

      dankeschön. Und es freut mich natürlich, dass meine Geschichte auf so viel Interesse stößt, da eigentlich jeder diese Phasen im Leben kennt, wenn einfach alles zu viel ist. Bei vielen bleibt es eine Phase, die sich auch wieder wandelt, weil man andere Entscheidungen trifft. Ich konnte damals leider nicht sehen was ich mir selbst damit antue. Und ich bin mir sicher, dass es für meine weitere Entwicklung notwendig war, dieses dunkle Tal zu durchschreiten. Und das mit dem Buch hast Du gut erkannt, denn ich kann mir gut vorstellen, dass das kommen wird.

      Keine Angst, meine aktuellen Baustellen sind zwar ein paar, aber ich ziehe mich immer wieder ganz bewusst raus und habe einen Kreis an Mentoren, die auf mich achten, wenn ich mich überschätze. Es gibt natürlich auch bei mir heute noch Tage, an denen alles zu viel ist und mir die Luft zum Atmen fehlt. Aber ich weiß auch, wie ich das ändern kann. Und ich ändere es! Und genau das ist der springende Punkt: nicht im Hamsterrad weiterzulaufen, sondern auszusteigen!

      Auch Dir wünsche ich eine kraftvolle und energiereiche Worte mit dem Mut, immer mal wieder auszusteigen! Achte gut auf Dich!

      Alles Liebe
      sue

  6. Liebe Sue,
    ich sehe mich auch in deinem Beitrag wieder. Wir haben einen weg aus dem Loch gefunden. Endlich wieder das Leben und die Sonntag genießen. Meinen Leben total umgekrempelt. Meinen Job gekündigt und alles aufgegeben, zu meinen Freund gezogen ohne Job. Hier blühe ich auf und genieße das Leben. Liebe Grüße Steffi

    • Liebe Stephanie,
      es tut mir in erster Linie sehr leid, dass Du Dich in diesem Beitrag wiedererkennst. Und doch freut es mich auch zu lesen, dass Du Deinen Weg aus dem Loch gefunden hast und Dein dunkles Tal durchschritten hast. Das Leben umzukrempeln ist kein leichter Schritt, aber es hört sich so an als ob es auch bei Dir ein notwendiger war. Bei mir lief es ähnlich! Und manchmal bedarf es eine solche Auszeit um wieder zu kräften zu kommen und wieder zu erstrahlen. Es freut mich, dass Du auf so einem gesunden Weg bist!

      Ich wünsche Dir für die Zukunft und den Ausbau Deines Wegs stets die richtigen Werkzeuge zur Hand!

      Alles Liebe
      sue

  7. Hallo meine Liebe,

    nachdem ich gestern auch mal wieder so einen katastrophalen Sonntag hatte, habe ich mich an diesen Post erinnert und ihn gerade nochmal gelesen.
    Auch wenn ich jetzt schon ein ganzen Stück weiter bin als zu den Zeiten, als die Depression ganz akut war, so habe ich doch noch öfter als mir lieb ist diese Tage – und meistens ist das dann der Sonntag – an denen ich hin- und hergerissen bin zwischen Nichtstun und Tun-Sollen, zwischen Entspannen und dem Erledigen der Dinge, die sonst liegen geblieben sind. Ich bin müde, doch wenn ich mich hinlege komme ich nicht zur Ruhe. Und dann ist das schlechte Gewissen, das einfach nicht still bleiben will. Gestern hat es mich so schockiert, dass es mir wieder so ging – und ich war auch frustriert.

    Doch zumindest habe ich jetzt ein anderes Bewusstsein dafür und mit der Therapie ein gewisses Sicherheitsnetz. Aber es gibt eben doch noch einiges zu tun.

    Ich hoffe, dass deine Sonntage in den letzten Wochen der Erholung gedient haben!

    Alles Liebe
    Julia

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