Review | Tag der Gelassenheit 2012

Für die wichtigen Dinge im Leben hat man eigentlich immer Zeit, man muss sie sich nur nehmen.

– Unbekannt

Wie wahr doch dieses Zitat ist! Und genau aus diesem Grund war ich gestern nun schon zum vierten Mal beim Tag der Gelassenheit in Neu-Ulm. Es hätte sicher tausend andere Dinge gegeben, die man an einem Samstag zu erledigen hat oder erledigen möchte. Doch einer meiner Ziele auf dem Weg zum Happy Ich ist es auch meinen Geist voranzubringen. „Personal Development“ ist etwas, was mir persönlich wichtig ist und mir auch einfach gut tut. Der gestrige Tag war daher eine Art „Mindfeeding“ für mich. Ich habe vielen tollen Rednern zugehört, neue Erkenntnisse in meinen Lebensrucksack gepackt und die Zeit genossen. Nicht zuletzt, weil dieser feste Termin auch immer ein Wiedersehen mit meiner lieben Freundin aus Kindertagen ist, die mittlerweile in Österreich zu Hause ist. Und: natürlich haben wir uns den Termin für 2013 schon in unseren Kalendern markiert! Den so ein Tag der Gelassenheit kann man ja wohl immer brauchen, oder?
Ich hatte in meinem Preview-Post schon angekündigt, auf welche Redner ich mich besonders freue und ich sollte auch Recht behalten. Ganz begeistert bin ich von Dr. Stefan Frädrich, dem Macher von Günter, dem inneren Schweinehund. Dass mein Schweinehund ebenfalls auf Günter hört (zumindest manchmal), habe ich Euch ja schon verraten. Ich kann jedem nur empfehlen Stefan Frädrich einmal live zu hören – wenn sich Euch die Gelegenheit bietet. Er schafft es einen regelrecht mitzureißen und zu motivieren. Ein wahnsinnig toller, flotter und humorvoller Redner. Gepaart mit Witz, tollen Illustrationen (liebe Grüße an Timo Wuerz, mit dem ich auch schon zusammenarbeiten durfte) und ein paar Flipchart-Skizzen verstrichen die 60 Minuten Vortrag „So motivieren Sie Ihren inneren Schweinehund“ wie im Flug. Der wohl lustigste Spruch war „wenn man schon in die Scheiße fliegt, dann wenigstens mit Anlauf“! Fazit: Selbst aus den schlimmsten Situationen kann man etwas lernen! Und dem stimme ich voll und ganz zu. Auch wenn man in Krisen und Krankheiten sich am Anfang nur fragt warum es jetzt ausgerechnet einen selbst erwischt, ist es am Ende doch eine Chance sein Leben nochmals ganz genau anzusehen und daraus zu lernen – ob positiv oder negativ.
Mein zweites Highlight (wobei das nicht heißen soll, dass er nur Platz 2 belegt, er ist mit Mr. Schweinehund auf dem Siegerpodest) war zweifelsohne Abtprimas Notker Wolf. Vortragstechnisch ganz anders, aber ich hätte von einem Abtprimas auch nicht erwartet, dass er von links nach rechts und vice versa über die Bühne tigert. Nein, er war in sich geruht, stand an seinem Pult und sprach ruhig, gelassen und mit einem Spritzer trockenem Humor. Ja, es gab Stellen, da dachte ich einfach nur „was für eine coole Socke“. Gerne würde ich mal mit ihm in einem schönen Kaffeehaus ein Tässchen trinken und einfach nur plaudern. Er wäre ein herrlicher Gesprächspartner. Sein Vortrag hieß „Gönn Dir Zeit – es ist Dein Leben“ und er plauderte dabei auch ein bisschen aus dem Nähkästchen. Denn auch er bekommt viele Briefe, Bücher, die er bitte lesen und rezensieren soll und viele sonstige Anfragen. Auch er empfindet Stress. Und wenn alles zu viel wird, rechts das Telefon klingelt, links die Tür aufgeht und er gerade beschäftigt ist, dann fängt er nicht an zu rotieren (wie ich und wohl die meisten von uns) sondern legt alles zur Seite, schickt die Menschen weg und gönnt sich erst einmal genüsslich eine Pfeiffe. Gut, ich gebe zu, eine Pfeiffe oder rauchen im Allgemeinen wäre jetzt nicht meine Wahl, wohl eher eine Tasse Tee, aber die Idee ist gut. Und wir wissen ja alles: es geht nur eins nach dem anderen. Ich hätte diesem geistreichen Herrn wirklich noch lange zuhören können, der mit seinem bayrischen Charme das Publikum verzaubert hat. Und damit war es noch nicht genug. Zum Schluß verwöhnte er uns sogar noch mit einem Querflötensolo. Ein beachtlicher Mann, von dem ich unbedingt noch mehr hören und lesen möchte (Amazon Wunschliste, schnall Dich an, bald gesellen sich ein paar neue Bücher dazu!).
Und auch Werner Tiki Küstenmacher war wie immer sehenswert. Er ist jedes Jahr mit einem Vortrag gegen Ende des Tages mit dabei und ich bin immer wieder von seinen Live-Illustrationen fasziniert. Erstens gefällt mir die Art der Zeichnungen unwahrscheinlich gut und auch er ist einfach ein passionierter Redner, der einfach mitreißt. Sieht das nicht einfach toll aus?
Sein Thema war „Wie Sie in einer unberechenbaren Welt Ihren Weg finden“ – mit dem sogenannten Lebens-Navi. Er hat fünf Hauptpunkte zusammengefasst, die er als Schätze des Lebens bezeichnet hat und die uns auf unserer Lebensreise begleiten und uns in schwierigen Zeiten Halt geben:
  1. Ein Freude erzeugendes Spiel – darunter fallen Hobbies wie Kochen, Basteln, Sport, Lesen, etc.
  2. Ein Trost spendender Schatz – ein materieller Schatz, der einem Halt gibt (z.B. ein Erbstück)
  3. Ein Hand reichendes Wort – z.B. eine Textpassage von einem Musikstück, einem Gedicht, o.ä.
  4. Eine Takt gebende Melodie – eine Melodie, die einem gut im Ohr liegt und an die man sich immer wieder besinnt
  5. Eine dich führende Gestalt – entweder im Glaube, ein guter Freund, ein Mentor, ein Idol
Über diese fünf Schätze denke ich gerade noch ein bisschen nach und werde das sicherlich auch noch die nächsten Tage tun. Kann ich diese bereits bestimmen? Oder suche ich noch? Ich denke, dass es vorallem in schwierigen Lebensphasen sinnvoll ist, ein paar stabile Säulen im Leben zu haben, auf die man sich stützen kann (vorallem wenn der Rest zusammen bricht) und die einem Sicherheit geben. Komme, was wolle!
Daneben habe ich noch zwei Workshops besucht und den anderen Keynote-Speeches gelauscht. In den Pausen gibt es einige interessante Stände, Autogrammstunden (naja, eher Autogrammviertelstunden) mit Dr. Stefan Frädrich und Abtprimas Notker Wolf, Gelegenheit zum Austausch mit anderen Teilnehmer und die Möglichkeit in die Produkte von tempus (dem Veranstalter) reinzuschauen und Bücher vom Gabal-Verlag zu schmökern. Am Bücherstand bin ich besonders gern und natürlich durfte auch das neueste Buch von Dr. Stefan Frädrich (inkl. Autogramm) mit mir nach Hause fahren.

 

Oh, ich könnte noch ewig weiter schreiben, aber die wichtigsten Punkte habe ich angerissen. Wer Interesse hat, der nächste Tag der Gelassenheit findet am 20. April 2013 in Ulm statt. Vielleicht sehen wir uns dort?

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