Selbstliebe | Teil III

Sei gut zu dem Gesicht im Spiegel. Immer.

– Unbekannt

Vor Kurzem habe ich Euch das Gedicht zur Selbstliebe von Charlie Chaplin hier vorgestellt. Das Gedicht hat mich sehr berührt und ich bin fasziniert wie perfekt es zu meiner aktuellen Situation passt und wie wunderbar es auch meine Auffassung des Lebens wiederspiegelt. Daher habe ich mir überlegt wie jede Passage zu mir spricht und was es mir sagt. Den ersten Teil des interpretierten Gedichts findet ihr hier.

Den zweiten Teil meiner Interpretation lautet so:

Simplicity. Einfachheit. Ich gebe zu, das ist nicht die beste Übersetzung, denn „simplicity“ hat eine so viel weiter gefächerte Bedeutung, als das deutsche Wort ausdrücken kann. Entschleunigung wäre auch ein gutes Schlagwort. Meine Zeit so einzuteilen, wie ich es möchte, und diese mit Dingen und Erlebnissen zu füllen, die mir gut tun und mir Freude bereiten. Ich bin Herr meiner Zeit und ich entscheide, wie und mit wem ich diese verbringe. Es gibt Zeiten, da fällt es mir schwer mich diesem Leitsatz zu erinnern. Und doch ist er so wichtig für ein gesundes Gleichgewicht zwischen Körper, Seele und Geist und schlichtweg unverzichtbar.
Mein Fazit: Tu Dir Gutes!

Love of Oneself. Selbstliebe. Und ein gewisses Stück auch gesunder Egoismus. Ich stecke noch mittendrin in dieser Phase (aka Baustellenphase). Ich versuche mich von den Menschen zu distanzieren in deren Gegenwart es mir nicht gut geht. Ich lasse Situationen los, die nicht länger meiner Gesundheit dienen (in meinem Fall war das der Arbeitgeberwechsel). Und ich besinne mich meiner neu gefunden Gesundheit, in dem ich in allen Aspekten des Lebens auf mich achte. Ich bin wahnsinnig experimentierfreudig geworden was Lebensmittel betrifft, aber auch Inspirationsquellen der unterschiedlichsten Art. Bildlich gesprochen bediene ich mich der großen Pralinenschachtel der Dinge dieser Welt. Ich beiße in jedes Stück und probiere ob es mir schmeckt. Was mir nicht gut tut, wird aussortiert. Was mir gut tut, wird weiter ausprobiert, verfeinert und in mein Leben integriert. Ein gutes Beispiel dafür ist meine neu gefundene Liebe fürs Yoga.
Mein Fazit: Umgib‘ Dich nur mit Menschen und Dingen, die Dir gut tun. Alles andere lass los, denn es dient Dir nicht weiter!

Modesty. Bescheidenheit. Dieser Punkt klingt so unheimlich einfach in den Worten Charlie Chaplins. Einfach aufhören immer Recht haben zu wollen und sich so weniger zu irren. Klingt total banal. Aber puhhhh, das ist für mich verdammt schwer. Ich würde mich jetzt nicht zu den Erbsenzählern dieser Welt ernennen und ich muss auch nicht immer und zu allem meinen Senf dazu geben, aber wenn ich genau weiß, dass meine Weise die richtige ist (meist im Berufsleben auf die fachliche Kompetenz bezogen) dann fällt es mir unglaublich schwer inne zu halten. Und ich würde sogar noch weiter gehen als Charlie Chaplin. Ich würde in diese „Bescheidenheit“ noch den Punkt einbeziehen, dass man auch mit Kommentaren bescheiden umgehen sollte. Oft benötigt es diese weiteren Worte gar nicht.
Mein Fazit: Nutze Deine Gedanken und Worte für das Positive und gehe sparsam mit dem Rest um.

Fulfillment. Erfüllung. Nicht in der Vergangenheit hängen bleiben sondern das JETZT genießen. Dazu kommt mir automatisch ein wunderbarer Spruch ins Gedächtnis: „The clock is running. Make the most of today. Time waits for no man. Yesterday is history. Tomorrow is a mystery. Today is a gift. That’s why it is called the present.“ Bei mir gibt es in diesem Punkt noch Verbesserungspotenzial. Obwohl ich im letzten Jahr diesbezüglich große Fortschritte gemacht habe, gibt es doch noch Luft nach oben. Trotzallem ist mir bewusster denn je, dass die Vergangenheit vergangen ist, ich kann daran nichts mehr ändern, es ist wie es ist. Aber ich kann die Gegenwart aktiv beeinflussen aufgrund dessen was ich aus der Vergangenheit gelernt habe. Und was morgen kommt, wissen wir (zum Glück) alle nicht.
Mein Fazit: Schau nach vorne, nicht nach hinten!

Wisdom of the Heart. Herzensweisheit. Ganz ehrlich: wenn ich diesen Absatz des Gedichtes lese, berührt es mich so tief, dass mir Tränen in die Augen steigen. Warum? Weil ich diese Erkenntnis auf die schmerzhafte Art und Weise lernen musste. Viel zu lange war mein handelnder Verstand von meinem Herzen getrennt. Langsam und zaghaft lerne ich mich nicht sofort für etwas zu entscheiden sondern inne zuhalten und mein Herz zu befragen. Ich konnte es selbst kaum glauben, aber die Antworten in so vielem liegen bereits in uns. Wir haben nur total verlernt darauf zu hören.
Mein Fazit: Kopf ausschalten. Herz öffnen.

Life. Leben. In einem alten Post zu meiner Lebensphilosphie hatte ich bereits das Beispiel des zerbrochenen Spiegels beschrieben: „…wenn das Leben durch einen Schicksalsschlag oder in einer Krise vor einem wie ein Spiegel zerbricht, steht man vor einem unüberschaubaren Scherbenhaufen. Doch wenn man ihn wieder mühsam zusammensetzt blickt man am Ende auf einen wunderschönen Mosaikspiegel. Aufgrund der vielen Ecken und Kanten, an denen das Glas gesprungen ist, reflektiert der Mosaikspiegel das Licht noch viel schöner und lässt die Strahlen funkeln – wie bei einem geschliffenen Diamanten.“ So interpretiere ich die letzte Passage dieses wunderschönen Gedichts.

Ich danke Charlie Chaplin für dieses wunderbare Vermächtnis! Und dafür, dass es mir über den Weg gelaufen ist und ich die Chance habe, dies auf diese Art und Weise teilen zu können.

4 thoughts on “Selbstliebe | Teil III

  1. Liebe Sue!
    Ich bin von deiner Interpretation des Gedichts wirklich sehr berührt. Vielen Dank für deine Ehrlichkeit und Offenheit, denn ich bin davon überzeugt, dass sich viele andere auch davon angesprochen fühlen und sich darin in irgendeiner Weise wiedererkennen – so wie ich.

    Alles Liebe
    Julia

  2. Liebe Sue,
    Du hast hier eine wunderbare Trilogie verfasst, die so voller Wahrheiten steckt und die mit Sicherheit viele (und ich hoffe, sie wird von vielen gelesen) inspirieren kann!
    Ich bin natürlich schon einen viel längeren Weg auf unserer Erde gegangen und das liegt an meinem Alter!!! Und es gab viele Situationen, in denen ich sehr verzweifelt war!
    Mir hat da oft „Das Monument“ von Blaine M. Yorgason weiter geholfen:

    -Noch ehe Gott seine Kinder zur Erde sandte, gab er jedem einzelnen ein sehr sorgfältig ausgewähltes Paket mit Problemen.

    -Diese, versprach er lächelnd, sind ganz alleine Deine.
    Niemand sonst darf die Segnung erfahren, die diese Probleme Dir bringen werden.

    -Und nur Du hast die besonderen Fähigkeiten, die notwendig sind, um Dir diese Probleme dienstbar zu machen.

    -Jetzt begib Dich hinab zu Deiner Geburt und Deiner Vergessenheit.
    Wisse, dass ich Dich über alle Maßen liebe.
    Diese Probleme, die ich Dir mitgebe, sind Symbole eben dieser Liebe.

    -Das Monument, das Du aus diesem Leben schaffst mit Hilfe dieser Probleme, wird zu einem Symbol Deiner Liebe für mich, Deinem Vater.——–

    Ja, wir brauchen Bilder und Vorbilder, um Situationen im unserem Leben hinnehmen und akzeptieren zu können!

    Weiter so, liebe Sue………
    Angelika

    • Hallo Frank!

      Ich gratuliere Dir! Du bist der einzige Mann, der sich bislang getraut hat einen Kommentar zu verfassen! Toll!! Ich freue mich, dass nicht nur Frauen zu meinem Blog finden, sondern auch Männer!

      Hoffe bald mal wieder von Dir zu lesen!

      Alles Liebe
      sue

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